10 neue Objekte in der Ausstellung
Von Anomalocaris bis Ziegenmelker
Sie kennen unsere Dauerausstellung bereits gut? Mitte November 2026 feiert unser Neubau sein 10-Jahres-Jubiläum. Im Hinblick darauf sind 10 neue Objekte aus der Zoologie, der Botanik, der Geologie und der Paläontologie im Naturmuseum zu entdecken – eine Übersicht:
4. Stock: Leben im Wandel
Anomalocaris: Modell von Sebastian Brandt
Im Kambrium vor etwa 500 Millionen Jahren existierte eine grosse Vielfalt an – aus heutiger Sicht – ungewöhnlichen Lebewesen. Eines davon war Anomalocaris, damals mit 60–120 cm Länge der grösste bekannte Jäger. Mit seinem Exoskelett ist er am ehesten mit Insekten und Krebstieren verwandt. Seine Greifer setzte er vermutlich zur Jagd weicher Beutetiere im offenen Meer ein.
Diplocaulus: Fossiler Schädel und Modell
Dieser Verwandte der Amphibien lebte einst in den Binnengewässern Nordamerikas. So auffallend wie mysteriös ist sein flacher Schädel in Form eines Bumerangs, der möglicherweise den Auftrieb verbesserte. Fossile Abdrücke, die Diplocaulus zugeordnet werden, lassen vermuten, dass der Schädel über Hautlappen mit dem Körper verbunden war. Ähnlich einer Saugglocke hätte er so im Schlick versteckte Beutetiere am Gewässergrund freilegen können.
Fossiler Meeresfisch im Walensee
Dieser Fisch gehört zur ausgestorbenen Knochenfischgruppe der Tselfatiiformes. Sein Markenzeichen waren ein hoher Rücken und eine lange Rückenflosse. Er lebte in der Frühen Kreidezeit in einem Meer, das damals grosse Teile Europas bedeckte. Nach seinem Tod sank er rasch in die Tiefe und wurde von Sediment bedeckt. 2021 konnten seine Überreste in einem Bachbett oberhalb des Walensees geborgen werden.
Gletscherschliff
Die tiefen Kratzspuren auf diesem Säntiskalk stammen von Steinen, die von einem eiszeitlichen Gletscher darübergeschleift wurden. Der so entstandene «Gletscherschliff» zeigt an, in welche Richtung der Gletscher an dieser Stelle einst floss. Mit diesem und weiteren geologischen Zeichen lässt sich die Ausdehnung eiszeitlicher Gletscher rekonstruieren.
Bitte berühren: Triceratops-Knochen
Dieser fossile Oberarm-Knochen eines Triceratops lag am Fundort in Montana USA rund 500 Meter entfernt von der Stelle, an welcher der Triceratops-Schädel aus unserer Ausstellung gefunden wurde.
3. Stock: Vom Bodensee zum Ringelspitz
Schlangenadler
Einige Wildtiere sind erst in den letzten Jahrzehnten bis Jahrhunderten zu uns gekommen. Ist ihre Ausbreitung in den letzten 500 Jahren auf den Menschen zurückzuführen, spricht man von Neozoen. Beispiele sind die Nilgans, die Rostgans, die Bisamratte oder der Waschbär. Andere wie der Bienenfresser, die Mittelmeermöwe und der Schlangenadler wanderten aus eigenem Antrieb ein.
Stein mit Flechten
Auf diesem Stein wachsen etwa 15 Flechtenarten. Sie bestehen immer aus einem Pilz und einer Alge. Der Pilz stellt das Gehäuse und die Verankerung, die Alge ernährt die Flechte. Diese Flechten sind an das raue Klima im Gebirge angepasst. Dank des krustigen, flachen Wuchses sind sie der Witterung minimal ausgesetzt: pro Jahr wachsen sie nur etwa 1 Millimeter. Gesteins-Flechten dehnen sich oft in konzentrischen Kreisen von innen nach aussen aus.
Ziegenmelker
Zu seinem Namen kam der Ziegenmelker dank einer alten Erzählung, wonach er Ziegen melken und diese so erblinden lassen würde. Der passender auch «Nachtschwalbe» oder «Nachtschatten» genannte Vogel frisst in Wirklichkeit aber nur Insekten. Tagsüber verharrt der nachtaktive Vogel regungslos auf dem Boden oder im Geäst und verlässt sich auf sein tarnendes Federkleid.
Schublade zum Bartgeier Sardona
Der Bartgeier «Sardona» wurde im Jahr 2010 im Calfeisental zusammen mit 2 Artgenossen ausgewildert. Sie waren die ersten Bartgeier in den Nordalpen und im Kanton St.Gallen nach ihrer Ausrottung im frühen 20. Jahrhundert. Zu Beginn unternahm Sardona Wanderungen bis an die Nordsee, bevor er ins Calfeisental zurückkehrte. Im Jahr 2023 wurde Sardona mit nur 13 Jahren tot aufgefunden. Bartgeier können bis zu 50 Jahre alt werden.
2. Stock: Im Reich des Bären
Jagender Habicht
Der Habicht ist ein sehr wendiger Flieger. Selbst im dichten Blätterdach der Wälder jagt er mit flinken Manövern nach Vögeln und Eichhörnchen. Dabei nutzt er geschickt die Deckung der Bäume, um seine Beute zu überraschen.