
Die Sammlungen des Naturmuseums St.Gallen beherbergen das naturhistorische Erbe der Kantone St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden. Sie bewahren somit die einzigartigen Zeugnisse der biologischen und geologischen Vielfalt der Region – eine unschätzbare Ressource für Wissenschaft und Gesellschaft.
Ergänzt werden die regionalen Sammlungsteile durch Belege von ausserhalb dieser drei Kantone. Insgesamt befinden sich in den Sammlungen des Naturmuseums St.Gallen heute ungefähr 350’000 Belege von verschiedenen Donator:innen aus dem 19. Jahrhundert bis heute. Nur rund 1% dieser Belege sind im Museum ausgestellt.
Unsere bekanntesten Objekte sind das Nilkrokodil aus dem Jahre 1623 und das nahezu vollständige Skelett eines Edmontosaurus. 175 weitere besonders interessante Objekte aus der Sammlung des Naturmuseums St.Gallen sind in der Online-Sammlung zu entdecken, die anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums erarbeitet wurde.
Die Sammlungen sind offen für wissenschaftliche Untersuchungen. Im Ausleihdienst stehen Ihnen ausserdem zahlreiche Präparate zur Verfügung.
Die Sammlungstätigkeit des Naturmuseum St.Gallen richtet sich nach den ethischen Richtlinien gemäss ICOM sowie relevanten nationalen und internationalen Rechtsgrundlagen. Die Sammlungstätigkeit wird in folgendem Sammlungskonzept erläutert:
> Sammlungskonzept Naturmuseum St.Gallen (PDF)
Um das Naturarchiv der Region auch für kommende Generationen aktuell zu halten, ist es wichtig, dass auch die heutige Natur darin abgebildet ist. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie uns Ihre eigene Sammlung mit naturwissenschaftlichen Objekten aus den Kantonen St.Gallen und beider Appenzell anvertrauen möchten. Ihre Funde können eine wertvolle Ergänzung der Sammlung sein.
Haben Sie auf dem Gebiet des Kantons St. Gallen ein Naturobjekt gefunden, das von wissenschaftlicher Bedeutung sein könnte? Das könnte ein Fossil, ein Gestein, ein verendeter Vogel, eine frischtote Spitzmaus oder ein gut erhaltener Herbarbeleg sein. Gerne schauen wir uns Ihren Fund zur Beurteilung der wissenschaftlichen Bedeutung an oder gehen Ihren Hinweisen nach. Wichtig sind immer Angaben zu Fundort und Funddatum.
Kontakt: Dr. Benjamin Jost – Fach- und Meldestelle Naturkörper Kanton St.Gallen, naturkoerper@naturmuseumsg.ch.
Die Digitalisierung ermöglicht eine Einbindung der Sammlung in nationale und internationale Belegdatenbanken und ist wichtig für eine dezentralisierte und kollaborative Forschungsinfrastruktur. Das Naturmuseum St.Gallen ist zusammen mit 35 anderen naturhistorischen Institutionen Teil des Schweizer Netzwerks Naturhistorischer Sammlungen. Im Rahmen dieser Initiative wurden in den letzten Jahren schweizweit über 1.5 Millionen Belege digitalisiert und online zur Verfügung gestellt, rund 88’000 davon vom Naturmuseum St.Gallen. Ziel ist die Digitalisierung und Veröffentlichung der gesamten Museumssammlung. Im Erklärvideo ist mehr zur Entstehung der neuen, schweizweiten Online-Sammlung zu erfahren.
Unsere Sammlungsbereiche umfassen unter anderem folgende Teile:
Die Säugetier-Sammlung des Naturmuseums St.Gallen umfasst gegenwärtig hauptsächlich rund:
1’700 Ganztierpräparate («Fullmounts»), Felle und Bälge
1’300 Skelette und Schädel
400 Gehörne und Geweihe
Von besonderer Bedeutung sind die kunstvollen Präparate von Ernst Heinrich Zollikofer, einem Pionier der modernen Präparationstechnik, der am Anfang des letzten Jahrhunderts in St.Gallen gearbeitet hat.
Kontakt: Lorenzo Vinciguerra – Kurator Wirbeltiere, lorenzo.vinciguerra@naturmuseumsg.ch

Die Vogelsammlung des Naturmuseums St.Gallen umfasst gegenwärtig hauptsächlich rund:
5’700 Vogelpräparate
2’500 Vogeleier
Von besonderer Bedeutung ist unsere Sammlung von Papageien, Laufvögeln und Greifvögeln sowie Exemplare von sehr seltenen oder gar ausgestorbenen Vögeln.
Kontakt: Lorenzo Vinciguerra – Kurator Wirbeltiere, lorenzo.vinciguerra@naturmuseumsg.ch
Neben den grossen Vogel- und Säugetiersammlungen beinhaltet unsere Wirbeltiersammlung auch Präparate von rund 150 Reptilien und Amphibien sowie 100 Fischen.
Kontakt: Lorenzo Vinciguerra – Kurator Wirbeltiere, lorenzo.vinciguerra@naturmuseumsg.ch
Die Wirbellosensammlung des Naturmuseums St.Gallen umfasst gegenwärtig rund:
110’000 Käfer
80’000 Schmetterlinge
15’000 Weichtiere
3’000 Hautflügler
2’500 Spinnentiere
1’500 Fliegen
1’400 Wildbienen
800 Wanzen
Von besonderer Bedeutung ist die umfangreiche Sammlung heimischer Schmetterlinge und Weichtiere, die auch wissenschaftlich besonders wertvolle Exemplare enthalten.
Kontakt: Karin Urfer – Kuratorin Wirbellose, karin.urfer@naturmuseumsg.ch
Das Naturmuseum beherbergt rund 100’000 Belege von Pflanzen, Algen, Flechten und Pilzen. Etwa 39’000 davon gehören zum St.Galler- Appenzeller Herbar – einer Sammlung von Gefässpflanzen aus unserer Region. Weitere wichtige Sammlungsteile sind das bisher noch nicht erfasste rund 200-bändige Weltherbar von Johann Conrad Rehsteiner (1797 – 1858) sowie das etwa 80-bändige Herbar Wartmann. Besonders wertvoll ist ausserdem eine Flechtensammlung, welche einen Drittel aller in der Schweiz vorkommenden Arten abdeckt, darunter auch stark gefährdete Arten.
Kontakt: Monika Orler – Kuratorin Botanik, monika.orler@naturmuseumsg.ch

Die paläontologische Sammlung umfasst gegenwärtig rund 17’000 Fossilien, darunter viele aus der Region (Tertiär der Molasse und Kreide des Alpsteins). Die Sammlung ist gegliedert in systematische, geographische, stratigraphische und personenbezogene Teile.
Kontakt: Dr. Madeleine Geiger – Leitung Sammlung und Forschung, madeleine.geiger@naturmuseumsg.ch
Die archäozoologische Sammlung umfasst gegenwärtig rund 41’000 Belege. Dabei handelt es sich vor allem um Knochen des Höhlenbären und anderen eiszeitlichen Tieren, die vom früheren Museumsdirektor Emil Bächler zwischen 1905 und 1927 in verschiedenen Höhlen des Alpsteins gesammelt wurden.
Kontakt: Dr. Madeleine Geiger – Leitung Sammlung und Forschung, madeleine.geiger@naturmuseumsg.ch
Die Mineraliensammlung umfasst rund 4’000 Mineralien aus der Region sowie aus der ganzen Welt, darunter auch eine bedeutende Edelsteinsammlung.
Kontakt: Dr. Madeleine Geiger – Leitung Sammlung und Forschung, madeleine.geiger@naturmuseumsg.ch

Die geologische Sammlung umfasst über 20’000 Gesteine aus der Region und der ganzen Welt. Sie unterteilt sich in systematische und stratigraphische Teile sowie Lokal- und Belegsammlungen.
Kontakt: Dr. Madeleine Geiger – Leitung Sammlung und Forschung, madeleine.geiger@naturmuseumsg.ch

Die Meteoritensammlung umfasst rund 600 verschiedene Meteoriten aus aller Welt, einschliesslich der Schweiz. Sie basiert auf der historisch bedeutsamen Sammlung des ehemaligen Bally-Museums in Schönenwerd SO, die um die Jahrtausendwende aufgelöst wurde und dem Naturmuseum im Jahr 2021 aus privater Hand geschenkt wurde.
Kontakt: Dr. Matthias Meier – Museumsdirektor, matthias.meier@naturmuseumsg.ch
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.
Mittwoch bis 20 Uhr